Ciceros emanzipatorische Leserführung : Studien zum Verhältnis von dialogisch-rhetorischer Inszenierung und skeptischer Philosophie in "De natura deorum" / Christopher Diez

Author
Diez, Christopher [Browse]
Format
Book
Language
German
Published/​Created
  • Stuttgart : Franz Steiner Verlag, [2021]
  • ©2021
Description
406 pages ; 25 cm.

Details

Subject(s)
Series
Summary note
"Wollte Cicero mit seinen philosophischen Dialogen seiner römischen Leserschaft lediglich einen Überblick über die antike Philosophiegeschichte verschaffen - oder verfolgte er eine eigenständige philosophische Zielsetzung? Dass Ciceros Philosophica mehr sein wollen als eine bloße Übersetzung der griechischen Originale, weist Christopher Diez am Beispiel von Ciceros religionsphilosophischem Hauptwerk De natura deorum nach. Gerade an De natura deorum lässt sich zeigen, dass der Skeptiker Cicero seine Leserschaft zu einer selbstständigen Untersuchung der einzelnen philosophischen Positionen anleiten wollte. Die Gattung des Dialogs stellt für Cicero die geeignete literarische Form für sein philosophisches Programm dar. Mithilfe von direkter und indirekter Leserführung befähigt Cicero seine Rezipienten dazu, die einzelnen, komplementär modellierten Redebeiträge kritisch auf ihre epistemologische und kultische Tragfähigkeit zu prüfen. Cicero erscheint hier als ein Autor, der eine Vermittlung divergierender Sprach-, Denk- und Kulträume anbahnen und seine Rezipienten dabei unterstützen wollte, ein eigenständiges Urteilsvermögen auszubilden."--Page 4 of cover
Notes
Slightly revised thesis (doctoral)--Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 2020
Bibliographic references
Includes bibliographical references (pages 365-400) and index
Contents
  • Einleitung
  • Fragestellung der Untersuchung
  • Besonderheiten und hermeneutische Bedeutung der dialogischen Gestaltung
  • Die rhetorische Gestaltung : Kompositorische Brüche und rhetorische Überformung?
  • Leitthese : De natura deorum als skeptischer Dialog mit emanzipatorischer Zielsetzung
  • Cicero und die Quellen : Zur Rekonstruktion der ciceronischen Produktionsbedingungen
  • Die Prämissen und Begründungslinien der älteren Quellenforschung
  • Zur Art und Weise von Ciceros Quellenbenutzung
  • Ciceros proömiale Aussagen (fin. 1,6) zum eigenen Quellengebrauch
  • Ciceros Äusserungen in der Atticus-Korrespondenz zum eigenen Quellengebrauch
  • Überlegungen zu zwei missverstandenen Briefstellen (Att. 12,52 und Att. 16,6,4)
  • Die definitorischen Schwierigkeiten des Quellenbegriffs im Falle von Cicero
  • Die Begründungslinien der älteren Quellenforschung für einen starken Quellenrekurs in Ciceros De natura deorumzu prüfen. Cicero erscheint hier als ein Autor, der eine Vermittlung divergierender Sprach-, Denk- und Kulträume anbahnen und seine Rezipienten dabei unterstützen wollte, ein eigenständiges Urteilsvermögen auszubilden."--Page 4 of cover Die Annahme von Ciceros besonderer Hast bei der Abfassung der Schrift
  • Die Annahme von Ciceros fehlender natur- und religionsphilosophischer Expertise
  • Die Annahme divergierender Zeitkonzepte in De natura deorum
  • Zur Frage der in der Atticus-Korrespondenz erwähnten möglichen Prätexte für De natura deorum (Att. 13,8; 13,38,1; 13,39,2)
  • Das Proömium als Ort der direkten Leserführung
  • Die Proömialtopoi in Ciceros skeptischen Dialogen -ein Kategorisierungsversuch
  • Das Proömium von De natura deorum
  • Die rhetorische Dimension des Proömiums
  • Das Proömium als zweifache Lesehilfe
  • Die dialogische Rahmenpartie als Mittel der indirekten Leserführung
  • Zur Vorstellung der dialogischen Szenerie
  • Bewusste brevitas der dialogischen Rahmung
  • Die Vorstellung der Gesprächspartner
  • Einblendung eines Abwesenden : zum Fehlen eines peripatetischen Gesprächspartners
  • Zum Gesprächszeitpunkt und -ortprüfen. Cicero erscheint hier als ein Autor, der eine Vermittlung divergierender Sprach-, Denk- und Kulträume anbahnen und seine Rezipienten dabei unterstützen wollte, ein eigenständiges Urteilsvermögen auszubilden."--Page 4 of cover Zur Gestalt und Rolle des jungen Cicero
  • Überblick über die bisherigen Forschungsansätze
  • Der junge Cicero : Paradigma des idealen Rezipienten
  • Der Dialogschluss als Bestätigung der selbstständigen Urteilsbildung
  • Die Modellierung einer dogmatischen Rede am Beispiel der Rede des Epikureers Velleius
  • Überblick über den Aufbau der Rede und deren bisherige Behandlung in der Forschung
  • Der Kompilationsvorwurf : Quellenkritische Untersuchungen zur Velleius-Rede
  • Der Manipulationsvorwurf : Philosophiehistorische und rhetorische Untersuchungen zur Velleius-Rede
  • Zielsetzung und Methodik der Untersuchung
  • Zur Kohärenz und Stossrichtung von Velleius' Widerlegungsteil
  • Umrahmung des polemischen Hauptteils als kohärenzstiftendes Mittel
  • Gliederung und Kohärenz der Anfangspolemik
  • Gliederung und Kohärenz der Doxographie
  • Argumentationstechniken in beiden Teilen der Widerlegungpunkt und -ortprüfen. Cicero erscheint hier als ein Autor, der eine Vermittlung divergierender Sprach-, Denk- und Kulträume anbahnen und seine Rezipienten dabei unterstützen wollte, ein eigenständiges Urteilsvermögen auszubilden."--Page 4 of cover Überlegungen zu den verschiedenen Argumentationstechniken
  • Verhältnis der Argumentationstechniken in der Anfangspolemik
  • Erster allgemeinrationaler Argumentationstyp : Kritik durch Aufsplitterung eines Begriffs, Ernstnehmen einer Metapher, Weiterführung eines Bildes
  • Zweiter allgemeinrationaler Argumentationstyp : Erweis einer Ansicht als Setzung
  • Dritter allgemeinrationaler Argumentationstyp : Widersprüchlichkeit von Lehrvorstellungen
  • Zur Frage nach dezidiert epikureischen Argumentationsweisen
  • Verhältnis der Argumentationstechniken im doxographischen Mittelteil
  • Zu den Arten und Schwerpunkten der Argumentationsstruktur
  • Der einführende Charakter der ersten fünf Philosophen
  • Zum Einsatz dezidiert epikureischer Argumentationen innerhalb der Mitteldoxographie bei der Besprechung des Speusipp und Kleanthes
  • Die argumentative Hervorhebung bestimmter Philosophen innerhalb der Mitteldoxographie : Pythagoras, Platon, Zenonheint hier als ein Autor, der eine Vermittlung divergierender Sprach-, Denk- und Kulträume anbahnen und seine Rezipienten dabei unterstützen wollte, ein eigenständiges Urteilsvermögen auszubilden."--Page 4 of cover Die Darstellung der epikureischen Theologie durch Velleius
  • Zu den Forschungsfragen und -positionen
  • Die Charakterisierung der epikureischen Lehre als Heilslehre
  • Das komplementäre Verhältnis von Widerlegungs- und Lehrteil
  • Zur Grobgliederung und Schwerpunktsetzung innerhalb der Lehrenfaltung
  • Argumentationsstrategien innerhalb der Lehrenfaltung
  • Argumentationsstrategien innerhalb des philosophischen Basiskurses
  • Argumentationsstrategien innerhalb der Frage nach der Göttergestalt
  • Inhaltliche Überschneidungen mit dem Widerlegungsteil? : Zur Diskussion des Götterlebens und dessen kultischer Vorbildhaftigkeit
  • Fazit : Die kontrapunktische Inszenierung der Velleius-Rede
  • Die Kritik an der epikureischen Position durch direkte und indirekte Charakterisierung
  • Die Aufwertung des Velleius im sprachlich-stilistischen und kompositorischen Bereich
  • Die kontrapunktische Inszenierung des Velleius
  • Zur Probe aufs Exempel : Überlegungen zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Velleius-Rede und der Balbus-Rede
  • Zur komplementären Gestaltung der beiden dogmatischen Reden
  • Zur Verwendung weiterer dialogischer Bauelemente in der Balbus-Rede
  • Zu den Widerlegungsstrategien in Cottas skeptischen Gegenreden
  • Ein Überblick über die verschiedenen Widerlegungsstrategien
  • Tendenziell kritikwürdige Widerlegungsstrategien Cottas
  • Kompositorische Unterschiede zwischen dogmatischer und skeptischer Rede
  • Persönliche Angriffe
  • Sachlich unmotivierte und verzerrende Angriffe?
  • Standpunktgebundene oder dogmatisch fundierte Angriffe
  • Schonung und Verzicht auf Angriffe?
  • Dogmatische Einschübe
  • Bewusste Schonung gegnerischer Positionen
  • Cottas Widerlegungsstrategien und die Leseanweisungen aus dem Proömium
  • Hinweis auf epistemologische Schwachstellen
  • Grundsätzliche Kritik an der epistemologischen Ausrichtung der Epikureer
  • Rückgriff auf bereits von Velleius eingeführte Widerlegungstechniken
  • Hinweis auf die Auswirkungen philosophischer Positionen auf den Staatskult
  • Schlussüberlegungen zur emanzipatorischen Dimension der Schrift
  • Literaturverzeichnis
  • Griechische und lateinische Textausgaben
  • Weiterführende Literatur
  • Stellenregister.
ISBN
  • 9783515130264 ((hardbound))
  • 3515130268
OCLC
1245838408
International Article Number
  • 9783515130264
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